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[Logistik-Insights] „Nicht die Frachtrate, sondern die Zusage ist der entscheidende Faktor in diesem Monat“

  • Autorenbild: HOSOON CHOI
    HOSOON CHOI
  • 29. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Veröffentlicht am: 1. January 2026

Autor: Hosoon Choi (Experte für Logistikstrategie | Zertifizierter Logistikmanager, Zollspezialist für Freizonen, PMP, MBA)

„Logistik, die mit Daten spricht“ – Einblicke von der strategischen Logistik-Frontlinie Koreas

Zum Ende des 4. Quartals 2025 lässt sich der südkoreanische Exportmarkt (KR Origin) in einem Satz zusammenfassen: Wir verlassen die Phase, in der allein die Frachtrate alles bestimmte. Entscheidend sind nun die gesicherte Kapazität (Rollover-/Alternativ-Voyage-Bedingungen) und ein belastbarer Lead-Time-Puffer – sie trennen stabile Abläufe von steigenden Gesamtkosten.

Zunächst zeigt sich: Intra-Asia (Kurzstrecke) war zum Jahresende fest. Kurzstreckennachfrage folgt saisonalen Mustern, und im Januar steigt die Volatilität zusätzlich durch Vor-CNY-Verschiffungen. An wichtigen Punkten wie Shanghai, Nagoya, Nansha, Kaohsiung, Bangkok, Jakarta und Laem Chabang zählt daher oft weniger „der Preis an sich“ als die Frage, ob die Buchung tatsächlich bestätigt ist. Der häufigste Praxisfehler: Das Risiko liegt nicht primär im höheren Rate-Level, sondern darin, ob die von der Reederei genannten Alternativabfahrten, Transshipment-Optionen und Rollover-Bedingungen schriftlich und eindeutig gesichert sind.

Auf der Langstrecke wird das Bild noch klarer. Die Spot-Raten Asien–Europa zeigen seit einigen Wochen eine Aufwärtsbewegung, liegen jedoch im Jahresvergleich weiterhin deutlich niedriger. Es gibt also eine „kurzfristige Erholung“, während strukturell neue Kapazität und Cascading (Verlagerung von Tonnage in Sekundärtrades) den Markt weiter prägen. Für Verlader ist die Konsequenz simpel: In günstigen Zeitfenstern mit Jahresverträgen einen „Boden“ fixieren und rund um das CNY-Fenster einen Teil der Mengen flexibel steuern, um Schwankungen abzufedern.

Erfreulich ist zudem: Die Schedule-Reliability verbessert sich. Ein globaler Wert von 64,1% im November 2025 und eine durchschnittliche Verspätung von 4,88 Tagen sind ein Signal dafür, dass man Verzögerungen zwar weiter als Basisannahme einplant, aber weniger häufig dauerhaft im Krisenmodus operieren muss. Gleichzeitig bleibt die Streuung zwischen den Reedereien hoch. Für zeitkritische Sendungen sollte das Netzwerk daher nach Zuverlässigkeit – nicht nach dem billigsten Preis – gestaltet werden.

Bei der Equipment-Lage ist das Bild geteilt. 20’/40’ Dry ist insgesamt stabil verfügbar. Reefers können trotz zusätzlicher Neubauten regional eng bleiben. Bei Tankcontainern kann eine wachsende Flotte die Verfügbarkeit verbessern, doch Rückführung und Repositionierungskosten bleiben ein zentraler Kostenhebel. Die operative Kernbotschaft für Januar lautet daher: „Boxen sind beschaffbar. Entscheidend ist, wann geladen wird – und unter welchen Bedingungen.“

Zum Schluss der Inlandsfaktor: Die Wiederaufnahme des Safe-Trucking-Freight-Rate-Systems (2026-01-01) erhöht die Stabilität im Inlandtransport, verlangt aber aus Kosten- und Compliance-Sicht eine aktualisierte Checkliste im Einkauf. Die drei Prioritäten dieses Monats sind: (1) Zusage-/Rollover-Bedingungen bei Buchung dokumentieren, (2) Cut-off- und Dokumentenpuffer als Standard beibehalten, (3) Inland-Trucking-Tarife und Verträge auf Regelkonformität prüfen. Schon diese drei Punkte reduzieren die Wahrscheinlichkeit, dass „Marktbewegungen“ zu „operativen Verlusten“ werden.




Quellen (Kurzüberblick): Drewry (Indizes), Freightos (Spot), Sea-Intelligence (Schedule-Reliability), ITCO (Tank), nationale Politik-Hinweise (Safe-Trucking-System)


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